Kaffee gehört in sämtliche Büros in Deutschland, wobei das dunkle Heißgetränk sowohl in Pausen als auch arbeitsbegleitend konsumiert wird. So einheitlich der Verzehr des Kaffees ist, so unterschiedlich sind die Herstellungsvarianten: Aus verschiedensten Kulturkreisen haben sich mehrere Varianten zur Zubereitung etabliert, welche im 21. Jahrhundert nun zur Verfügung stehen.
Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, welche Zubereitungsmethode für ein kleines Büro mit ein paar Mitarbeitern die praktikabelste und rentabelste ist. Vorausgesetzt, es trinkt jeder der Kollegen während der Arbeit Kaffee, entsteht ein kleines Universum und um das schwarze Getränk. Neben Wasser, Kaffee in irgendeiner Art, Kanne und Tasse werden andere Gerätschaften und Grundstoffe benötigt. Ein spannende und diffizile Angelegenheit.

Die Qualität der meisten Kaffee-Vollautomaten ist schlicht überzeugend. Da der Kaffee mit ganzen Bohnen, statt Kaffeepulver oder dergleichen betrieben wird, ist bestes Aroma garantiert. Die Tassen werden gewärmt, Milch wird aufgeschäumt und verschiedenste Kaffee-Arten, vom schwarzen Klassiker bis zur Latte, lassen keine Wünsche offen.
Der Haken an Vollautomaten ist deren komplizierter Funktionsmechanismus. Da der Vollautomat, wie der Name schon sagt, sämtliche Aufgaben übernimmt, ist an eigene Reparaturen nicht zu denken. Ist der Automat einmal kaputt und weist Störungen auf, vergeht der Kaffee-Genuss ganz schnell. Deshalb muss dieser Kaffee-Spender regelmäßig und intensiv gereinigt werden. Und aus demselben Grund sollte auf günstige und dadurch qualitativ minderwertige Automaten verzichtet werden. Diese funktionieren die erste Zeit problemlos, bis sie schließlich nur für Frust und Ärger sorgen.
Zu empfehlen sind deshalb Vollautomaten ab der mittleren Preisklasse (ca. 1400 – 1600 €) und aufwärts. Werden die Wartungs- und Reinigungshinweise befolgt, handelt es sich um einen komfortablen Kaffeelieferanten, der auf Knopfdruck jegliche Koffein-Gier befriedigt. Auf einen längeren Zeitraum rechnet sich der Vollautomat auch trotz des hohen Anschaffungspreises und der anfallenden Betriebskosten. Unter guten Bedingungen hält ein solcher Kaffee-Freund über Jahre bei gleichbleibender Qualität.
Empfehlung: WMF Kaffeevollautomat 500 oder 800

Der eine oder andere Kaffee-Experte wird sich wundern, wie es die alte Kaffeemaschine auf den zweiten von fünf Plätzen schaffen konnte, wo doch im Zeitalter von 3D-Bildschirmen und Tablet-Computern der Elektronik die Zukunft gehört. Tja und genau darin liegt ein Vorteil der guten alten Kaffeemaschine: Deckel auf, Wasser und Filter rein, Kaffee-Pulver aus diesen herrlichen duftenden Tüten je nach Geschmack löffeln, Deckel zu, Knopf drücken, warten und genießen.
Zwar sind das im Vergleich mit modernen Kaffee-Automaten viele Handgriffe, doch sitzen diese bei den meisten wahrscheinlich im Schlaf. Zudem kann in kurzer Zeit eine ganze Kanne gefüllt werden. Dabei kommen jedoch auch die Schwächen zum Vorschein, die die Kaffeemaschine auf den zweiten Platz verweisen. So kann im Prinzip immer nur ein Getränk für alle gekocht werden, was aber sehr wahrscheinlich nicht von jedem getrunken wird. Außerdem fällt für eine Kanne jedes Mal aufs Neue ein benutzter Filter an, sodass an einem Tag recht viele Filter benötigt werden.
Der geringe Anschaffungspreis von durchschnittlich 80 € spricht zwar für die Kaffee-Maschine, doch ist vor allem der Bedarf an gemahlenem Kaffee bei einer mittelmäßig großen Mitarbeiterzahl nicht zu unterschätzen. Der Geschmack ist letztlich das wahrscheinlich größte Problem der Kaffeemaschine. Kritiker und Feinschmecker meinen, dass diese Arte des Kaffee-Zubereitens die unterste Schublade markiert und einen nur faden Geschmack bietet. Die Verkaufszahlen und die weite Verbreitung der Kaffeemaschinen in allen erdenklichen Variationen sprechen jedoch dagegen und veranschaulichen, dass viele tausend Menschen mit der Kaffeemaschine rundum zufrieden sind.
Empfehlung: Severin KA 4031 Kaffeeautomat

Kleine Kapseln, mal eben aus dem Supermarkt mitgenommen, auf Arbeit nur in das System gepackt und ein wenig später steht der Kaffee bereit. Zugegeben: Schneller und simpler als die Kaffeemaschine und ein wenig mehr Arbeit als beim Vollautomaten. Der größte Vorteil liegt Experten zu Folge jedoch im Geschmackserlebnis: War der Inhalt der Pads noch relativ ungeschützt, so ist der Kaffee in den Kapseln luftdicht verschlossen, sodass das Aroma konserviert wird und sich erst während der Zubereitung entfaltet.
Hübsche und ästhetisch ansprechende Kapselmaschinen gibt es schon in der gleichen Preisklasse wie Kaffeemaschinen, doch ist der Benutzer an die jeweiligen Kapseln gebunden. Eine Kapsel kostet im Schnitt ca. 30 Cent, was bedeutet, dass in einem durchschnittlich kleinem Büro mit bis zu zehn Mitarbeitern monatliche Kapselkosten zwischen 150 und 300 Euro zusätzlich anfallen können, womit das Kapselsystem auf Dauer sowohl teurer als die Kaffeemaschine als auch teurer als der Vollautomat ist.
Aus diesem Grund verschlägt es diese Kaffee-Zubereitungs-Methode auf den dritten Platz. Die einfache Handhabung und das Geschmacksergebnis sprechen jedoch deutlich für den Kapselautomaten. Doch auch der hohe Anfall von Müll je Kaffeezubereitung kann dem einen oder anderen ein Dorn im Auge sein.
Empfehlung: Krups KP 1006 Nescafé Dolce Gusto Piccolo

Prinzipiell ist das Kännchen in Deutschland relativ unbekannt und eigentlich auch keine Kaffeemaschine. Dennoch fällt es unter die Zubereitungsmethoden, weshalb eine genaue Betrachtung durchaus angebracht ist. Die Besonderheiten beginnen schon beim Kaffee-Besorgen: Da es sich um eine Mokka-Zubereitung handelt, wird besonders fein gemahlenes Kaffeemehl benötigt, denn das Wasser wird auf der Herdplatte erhitzt bis es verdampft, wobei es durch das Mehl nach oben steigt und am Deckel kondensiert und schließlich das fertige Produkt darstellt.
Es klingt ein wenig umständlich, ist aber prinzipiell nicht viel umständlicher als die Bedienung einer Kaffeemaschine, nur bei der letzten sitzen diese Handgriffe einfach schon aus der Gewohnheit. Außerdem entsteht bei der Zubereitung viel Hitze, was im Sommer möglicherweise weniger angebracht ist. Angebracht ist hingegen der Koffeingehalt: Das Getränk ist unter dem Strich äußerst stark, wer es mag, wird den Geschmack und den Effekt begrüßen.
Da sich die Intensität jedoch nur schwer steuern lässt, bietet es sich für eher sanfte Gemüter an, aus der Grundsubstanz einen guten Latte Macchiato oder Cappuccino zu machen. Letztlich ist es der Büroalltag, der dieses günstige Kaffee-Zubereitungs-Gerät (ca. 30 Euro Anschaffungspreis) in die Schranken verweist. Es können zu wenig Tassen in einem Durchgang erzeugt werden und zusätzlich ist der Aufwand und die schwierige Kontrolle der Intensität wenig praktikabel.
Empfehlung: Bialetti Moka Express 12 Tassen Espressokocher

Kaffee, etwas gröber gemahlen, in die Glaskanne, Wasser aus dem Wasserkocher drüber, fünf Minuten warten und anschließend wird das Sieb heruntergedrückt, bis der Kaffeesatz am Boden zusammen gepresst ist – fertig. Es ist einfach und etwas günstiger als die Kaffeemaschine, da die Filter wegfallen. Geschmacklich ist Kaffee aus der French Press … tja, was ist er denn nun? Genau an dieser Stelle gehen die Geschmäcker auseinander und lassen sich nicht vereinen.
Für die einen ist es der Kaffee par excellence, für die anderen alles außer guter Kaffee. Dabei gibt es verschiedene Ansichtsweisen: Den einen stören die kleinen Kaffeepartikel, die sich durch das Sieb mogeln und auch in der Tasse landen, den anderen stört einfach nur der Geschmack. Letzterer ist aber auch von der Art des Kaffeemehls abhängig.
Im Büro eignet sich diese Methode jedoch nur bedingt, denn wie auch beim Herdkännchen sind meist maximal 8 Tassen Kaffee möglich. Zwar vermag es die Kaffeemaschine, nur wenig mehr Kaffee zu erzeugen, doch ist es hier die Gewohnheit und der einfache Ablauf, der schlicht mehr überzeugt. Die Kaffeepresse ist keineswegs eine schlechte Methode, doch mögen zu viele das Endprodukt nicht, sodass schon alle Mitarbeiter eines Büroteams auf diese Methode schwören müssten.
Empfehlung: Bodum 10684-01 Kaffeebereiter 6 Tassen Kenya
… so könnte das Fazit dieses Kaffeezubereitung-Methoden-Tests für das Büro lauten, schließlich sind alle drei technischen Geräte vor denen ohne Technik. Die Erklärung dafür ist natürlich simpel: Wer im Büro arbeitet, hat den Kopf voller Informationen und Abläufe. Da soll die Kaffee-Produktion möglichst schnell und einfach erfolgen und letztlich ein gutes Ergebnis liefern. Das Ergebnis kann sich individuell und je nach Geschmack bei allen fünf Zubereitungsmethoden sehen lassen, doch ist die Technik etwas komfortabler, am besten dann, wenn man nur ein einziges Knöpfchen betätigen muss.
Unterm Strich hat sich aber gezeigt, dass jede Zubereitungsmethode ihre Vor- und Nachteile hat, wie soll es auch anders sein. Im Büro bewähren sich jedoch auch Geschwindigkeit und Handlichkeit. Zuhause kommen jedoch möglicherweise gerade die per Hand erzeugten Methoden zur Gänze, wenn sich zum Aroma auch noch die eigene Erfahrung und die eigenen Interessen gesellen, sodass zum sonntaglichen Kuchenverzehr ein starker Mokka aus dem Herdkännchen möglicherweise unschlagbar ist – für mich aber zumindest nicht, so viel ist sicher.